Sandbox-Verfahren bezeichnet gemäß Art. 57 der EU-Verordnung 2024/1689 ein beaufsichtigtes Testumfeld, in dem Unternehmen KI-Systeme unter regulatorischer Begleitung entwickeln, validieren oder erproben können. Ziel ist nicht Regelbruch, sondern ein sicherer Rahmen, um Innovation und spätere Compliance früh zusammenzuführen.
In einfachen Worten
Eine Regulatory Sandbox ist kein rechtsfreier Raum. Unternehmen dürfen dort Pflichten nicht ignorieren, sondern können Anforderungen früher klären, technische Fragen abstimmen und die spätere Marktüberwachung besser vorbereiten. Praktisch wichtig sind dabei ein sauberes KI-Inventar und funktionierende Interoperabilität zwischen System, Daten und Dokumentation.
Praxisrelevanz
Besonders nützlich sind Sandboxes bei neuen oder schwer einzuordnenden Systemen, etwa wenn sensible Daten, neuartige Modelle oder Hochrisiko-Kontexte betroffen sind. Wer früh testet, erkennt Dokumentationslücken, unklare Rollen und technische Grenzen meist deutlich eher als kurz vor dem Go-live.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Prüfen Sie ein Sandbox-Verfahren vor allem bei neuartigen Produkten oder regulatorisch unsicheren Einsatzfällen. Für den Einstieg helfen die FAQ, der Kurs und das Glossar zu Human Oversight, wenn Sie Innovation nicht von Aufsicht und Nachweis trennen wollen.