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Glossar

RAG (Retrieval-Augmented Generation)

RAG verbindet ein Sprachmodell mit einer externen Wissensquelle und ergänzt Antworten um abgerufene Dokumente, ohne die Modellgewichtungen selbst zu verändern.

Veröffentlicht: 23. März 2026Letzte Aktualisierung: 23. März 20262 Min. Lesezeit

Kurzdefinition

RAG verbindet ein KI-Modell mit einer externen Wissensquelle, ruft vor der Antwort passende Inhalte ab und übergibt diese als zusätzlichen Kontext an das Modell.

Primaerquelle

Kein definierter Rechtsbegriff im EU AI Act; praktisch relevant für Art. 4 und Art. 26 EU-VO 2024/1689

Rechtsgrundlage ansehen

RAG steht für Retrieval-Augmented Generation und bedeutet, dass ein Modell vor der Antwort passende Dokumente aus einer externen Wissensbasis abruft. Für Unternehmen ist RAG meist der schnellste Weg, aktuelles Fachwissen nutzbar zu machen, ohne das Modell selbst per Fine-Tuning zu verändern.

Wie RAG funktioniert

RAG kombiniert Suche und Generierung in einem Ablauf. Zuerst werden passende Textstellen gefunden, dann als Kontext an das Modell übergeben und erst danach die Antwort erzeugt. Für das Grundverständnis sind Token in der KI, KI-Inference und Modellgewichtungen die wichtigsten Nachbarbegriffe.

SchrittFunktionTypischer Fehler
IndexierungDokumente werden zerlegt und gespeichertSchlechte Chunking-Regeln
RetrievalRelevante Textstellen werden gesuchtFalsche oder zu breite Treffer
Prompt-AufbauTreffer werden als Kontext eingefügtZu langes oder widersprüchliches Prompt
AntwortModell formuliert die AusgabeHalluzination trotz Kontext
  • RAG verändert Wissen im Kontext und nicht im Modellkern.
  • RAG eignet sich besonders für Richtlinien, FAQs und interne Dokumente.
  • RAG braucht gute Quellenqualität und Zugriffskontrollen.

Warum RAG für den EU AI Act oft günstiger ist

RAG ist für viele Unternehmen regulatorisch leichter beherrschbar als tiefes Fine-Tuning. Solange Sie nur ein bestehendes Modell mit internen Dokumenten verbinden, bleiben Sie typischerweise näher an der Betreiberrolle und nicht an der Anbieterrolle. Für die Praxis sollten Sie trotzdem KI-Kompetenz, Transparenzpflichten und Ihr KI-Inventar sauber führen.

  1. RAG löst keine automatische neue Modellanbieterrolle aus.
  2. RAG kann Datenschutz- und Zugriffsrisiken erhöhen, wenn sensible Dokumente schlecht abgesichert sind.
  3. RAG braucht nachvollziehbare Quellen, damit Fachbereiche Antworten prüfen können.
Use CaseRAG geeignet?
Interne Wissenssuche auf RichtlinienJa
Tagesaktuelle Produkt- oder RechtsinformationenJa
Dauerhaft neuer AntwortstilEher nein

Wann RAG die bessere Wahl ist

RAG ist die bessere Wahl, wenn Wissen häufiger aktualisiert wird als Ihr Modellprojekt. Wenn Preislisten, Verträge oder interne Vorgaben monatlich wechseln, ist eine gepflegte Wissensbasis meist wirtschaftlicher als wiederholtes Training. Für den Betrieb sind Self-Hosting-KI, Ollama oder andere Inferenz-Stacks nur Mittel zum Zweck; entscheidend bleibt die Qualität Ihrer Quellen.

  • Starten Sie mit RAG, wenn Nachweisbarkeit wichtiger ist als kreatives Verhalten.
  • Definieren Sie Freigaben für Dokumentquellen und Aktualisierungszyklen.
  • Messen Sie Trefferqualität und Fehlerraten vor einem Ausbau.

RAG ist damit kein Allheilmittel, aber oft der pragmatischste Einstieg in produktive Unternehmens-KI. Wer den Wissensfluss sauber organisiert, reduziert Kosten, Trainingsaufwand und Governance-Risiken zugleich.

Nächster Schritt

Begriffe einordnen ist der Anfang. Umsetzung und Nachweis entscheiden im Unternehmen.

Wenn Sie KI-Kompetenz, Rollen, rote Linien und Schulungsnachweis nicht nur nachschlagen, sondern sauber ausrollen wollen, ist der Kurs der direkte nächste Schritt. Für typische Rückfragen zu Umfang, Nachweis und Team-Rollout steht zusätzlich die FAQ-Seite bereit.