Einführungspreis endet in
--T--Std--Minoder erste 20 Plätze
Jetzt sichern →
← Zur Glossar-Übersicht

Glossar

Open-Source-KI

Open-Source-KI bezeichnet KI-Modelle oder KI-Systeme mit frei nutzbarer und veränderbarer Lizenz; im EU AI Act greift eine Ausnahme nur unter den engen Voraussetzungen des Art. 2 Abs. 12.

Veröffentlicht: 23. März 2026Letzte Aktualisierung: 23. März 20262 Min. Lesezeit

Kurzdefinition

Open-Source-KI bezeichnet KI-Modelle oder KI-Systeme, deren Nutzung, Prüfung, Anpassung und Weitergabe unter einer freien und offenen Lizenz möglich sind; nach Art. 2 Abs. 12 EU-VO 2024/1689 gilt eine Ausnahme nur für bestimmte frei lizenzierte KI-Systeme.

Primaerquelle

Art. 2 Abs. 12 EU-VO 2024/1689

Rechtsgrundlage ansehen

Open-Source-KI bezeichnet KI-Modelle oder KI-Systeme mit einer freien und offenen Lizenz, die Nutzung, Anpassung und Weitergabe erlaubt. Für Unternehmen ist der Begriff seit dem 2. Februar 2025 auch rechtlich relevant, weil Art. 2 Abs. 12 der EU-VO 2024/1689 nur unter engen Voraussetzungen eine Ausnahme für frei lizenzierte KI-Systeme vorsieht.

Was Open-Source-KI konkret bedeutet

Open Source ist bei KI mehr als ein Download-Link zu Modellgewichten. Entscheidend ist, ob Lizenz, Zugriff und Weitergabe tatsächlich offen sind und nicht nur technisch möglich wirken. Für die Abgrenzung helfen auch Open-Weight vs. Open Source, Modellgewichtungen und GPAI / KI-Basismodelle.

EbeneFragePraktische Bedeutung
LizenzDürfen Sie nutzen, ändern und weitergeben?Ohne freie Lizenz ist das Modell nicht wirklich Open Source.
GewichteSind die trainierten Parameter zugänglich?Ohne Gewichte ist Self-Hosting kaum realistisch.
CodeIst Inferenz- oder Trainingscode offen dokumentiert?Offener Code erleichtert Prüfung und Integration.
DokumentationGibt es klare Hinweise zu Risiken und Grenzen?Ohne Dokumentation steigt das Betriebsrisiko.
  • Open Source ist ein Lizenzbegriff und kein Qualitätsversprechen.
  • Offene Gewichte allein reichen nicht für eine belastbare Open-Source-Einordnung.
  • Für Compliance zählt der konkrete Einsatz, nicht nur die Marketing-Bezeichnung.

Was der EU AI Act dazu sagt

Der EU AI Act nimmt Open-Source-KI nicht pauschal aus. Art. 2 Abs. 12 nennt nur KI-Systeme unter freier und offener Lizenz, sofern sie nicht als Hochrisiko-System, als System nach Art. 5 oder als System nach Art. 50 eingesetzt werden. Genau deshalb sollten Sie Hochrisiko-KI-Systeme und Transparenzpflichten immer mitprüfen.

  1. Die Ausnahme betrifft den konkreten Einsatz eines KI-Systems.
  2. Die Ausnahme endet, wenn ein regulierter Anwendungsfall vorliegt.
  3. Art. 4 zur KI-Kompetenz gilt unabhängig von der Lizenz weiter.
FallErgebnis
Internes Assistenzsystem mit freier Lizenz und ohne Hochrisiko-ZweckAusnahme kann greifen
Bewerber-Screening mit offenem ModellAusnahme greift regelmäßig nicht
Biometrische oder verbotene NutzungAusnahme greift nicht

Was Unternehmen praktisch prüfen sollten

Unternehmen sollten Open-Source-KI zuerst als Governance-Thema behandeln. Entscheidend sind Lizenzprüfung, Einsatzklassifizierung und Betriebsmodell, nicht nur Modellqualität oder Preis. Für die Umsetzung sind Self-Hosting-KI, KI-Inference und ein dokumentierter Schulungsnachweis die wichtigsten Anschlussbegriffe.

  • Prüfen Sie die Lizenz vor Beschaffung oder Pilotierung.
  • Trennen Sie Modell, Anwendung und Einsatzkontext organisatorisch.
  • Dokumentieren Sie, ob Sie nur Betreiber bleiben oder das System wesentlich verändern.

Open-Source-KI kann Nachvollziehbarkeit und technische Souveränität verbessern. Rechtskonform wird der Einsatz aber erst, wenn Sie Rollen, Risiken und Pflichten entlang des konkreten Use Cases sauber dokumentieren.

Nächster Schritt

Begriffe einordnen ist der Anfang. Umsetzung und Nachweis entscheiden im Unternehmen.

Wenn Sie KI-Kompetenz, Rollen, rote Linien und Schulungsnachweis nicht nur nachschlagen, sondern sauber ausrollen wollen, ist der Kurs der direkte nächste Schritt. Für typische Rückfragen zu Umfang, Nachweis und Team-Rollout steht zusätzlich die FAQ-Seite bereit.