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NIS2 Kosten — Was die Umsetzung wirklich kostet (2026)

NIS2-Umsetzung kostet KMU 30.000-150.000 EUR. Alle Kostenblöcke, Förderungen und Spartipps im Überblick.

Veröffentlicht: 23. März 2026Letzte Aktualisierung: 23. März 202612 Min. Lesezeit

NIS2 Kosten — Was kostet die Umsetzung wirklich?

NIS2 Kosten liegen für KMU im ersten Jahr meist zwischen 30.000 und 150.000 EUR, bei komplexer IT-Landschaft, vielen Standorten oder geringem Reifegrad auch darüber. Laufende Kosten liegen häufig zwischen 15.000 und 50.000 EUR pro Jahr. Maßgeblich sind Unternehmensgröße, vorhandene Schutzmaßnahmen, externe Beratung und die Frage, ob Sie NIS2 strukturiert priorisieren oder hektisch nachrüsten.

Letzte Aktualisierung: 23. März 2026

NIS2 Kosten sind kein abstrakter Compliance-Wert, sondern die Summe aus technischer Härtung, organisatorischer Steuerung, Schulung, Meldefähigkeit und laufendem Nachweis. Rechtlich ist der Rahmen klar: Art. 21 der Richtlinie (EU) 2022/2555 verlangt geeignete und verhältnismäßige technische, operative und organisatorische Maßnahmen zum Risikomanagement, Art. 23 regelt Meldepflichten bei erheblichen Vorfällen, und mit Inkrafttreten des deutschen NIS-2-Umsetzungsgesetzes am 6. Dezember 2025 laufen Registrierung und Meldungen über das BSI-Portal. Wenn Sie zuerst den Gesamtüberblick brauchen, starten Sie mit unserem NIS2 Hub, dem Beitrag zu NIS2 für KMU und dem NIS2-Betroffenheitscheck.

NIS2 Kosten nach Unternehmensgröße im Überblick

NIS2 Kosten steigen nicht linear, sondern stufenweise mit Komplexität, Kritikalität und vorhandenen Lücken. Ein Unternehmen mit 60 Mitarbeitenden und sauberem Microsoft-Stack kann deutlich günstiger starten als ein Unternehmen mit 180 Mitarbeitenden, mehreren Standorten, OT-Anteilen und historisch gewachsenen Admin-Rechten. Für die Budgetplanung hilft deshalb eine Größenlogik mit realistischen Bandbreiten.

UnternehmensgrößeTypischer KontextErstinvestition Jahr 1Laufende Kosten pro JahrTypische Kostentreiber
Kleine Unternehmen (50-100 MA)Begrenzte Security-Ressourcen, oft kein eigenes Security-Team30.000-70.000 EUR15.000-25.000 EURMFA, Backup, Firewall, Richtlinien, Schulung, Gap-Analyse
Mittlere Unternehmen (100-250 MA)Mehr Systeme, Lieferanten, Cloud- und Identitätskomplexität60.000-120.000 EUR25.000-40.000 EURSIEM-Light, MSSP, ISMS-Aufbau, Rollenmodell, Audit-Vorbereitung
Größere Mittelständler (250+ MA)Höhere Kritikalität, mehrere Standorte, stärkere Governance-Anforderungen100.000-150.000+ EUR40.000-50.000+ EUR24/7-Monitoring, Lieferkettensteuerung, vCISO, Prüfungen, Board-Reporting

Die Tabelle zeigt bewusst Bandbreiten statt Scheingenauigkeit. NIS2 ist risikobasiert. Art. 21 Abs. 1 verlangt geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen unter Berücksichtigung unter anderem des Ausmaßes der Risikoexposition, der Größe der Einrichtung, der Eintrittswahrscheinlichkeit von Vorfällen und der Umsetzungskosten. Genau deshalb darf ein 70-Mitarbeiter-Unternehmen anders budgetieren als ein 300-Mitarbeiter-Betrieb mit kritischer Lieferkettenfunktion, ohne automatisch „zu wenig“ zu tun.

Für viele Unternehmen ist der größte Budgetfehler nicht ein zu kleiner Einzelposten, sondern fehlende Staffelung. Wer sofort ein großes SIEM, einen Pentest, einen vCISO, ein ISMS-Projekt und einen externen Audit einkauft, ohne Prioritätenlogik zu definieren, verbraucht Budget zu früh. Wer umgekehrt nur an Firewall und MFA denkt, unterschätzt Dokumentation, Schulung, Lieferkettensicherheit und Meldefähigkeit. Ergänzend hilfreich sind deshalb auch unser Beitrag zur BSI-Registrierung nach NIS2 und unser Überblick zu relevanten Sicherheitsbegriffen im Glossar.

Welche Kostenblöcke die NIS2 Umsetzung tatsächlich ausmachen

NIS2 Kosten bestehen in der Praxis aus sechs Blöcken. Diese Struktur ist wichtig, weil viele Unternehmen nur Tool-Kosten kalkulieren und den organisatorischen Anteil zu spät sehen. Für eine belastbare Budgetplanung sollten Sie jeden Block mit Einmalkosten, laufenden Kosten und internen Personalkapazitäten bewerten.

1. Technische Maßnahmen: 10.000-80.000 EUR

Technische Maßnahmen sind der sichtbarste, aber nicht immer der größte Kostenblock. Art. 21 Abs. 2 der Richtlinie nennt unter anderem Incident Handling, Business Continuity, Sicherheit der Lieferkette, Schwachstellenmanagement, Verschlüsselung, Zugangskontrolle, Multi-Faktor-Authentifizierung und sichere Kommunikation. Daraus ergeben sich typische Investitionen in Firewall-Härtung, EDR, Logging, Backup, Verschlüsselung und Identitätsschutz.

Für kleinere Unternehmen liegt ein realistischer technischer Einstieg oft bei 10.000 bis 25.000 EUR. Darin enthalten sein können Firewall oder Secure Gateway mit 3.600 bis 9.600 EUR pro Jahr, MFA im Bereich von 0 bis 30 EUR pro Nutzer und Jahr, Backup und Recovery mit 2.400 bis 6.000 EUR pro Jahr sowie ein Schwachstellen- oder Patch-Management von 1.200 bis 6.000 EUR. Für mittlere und größere Unternehmen steigen die Kosten deutlich, wenn SIEM, zentrale Logsammlung oder Managed Detection dazukommen. Dann sind 30.000 bis 80.000 EUR im ersten Jahr realistisch.

Ein SIEM ist kein Pflichtkauf, aber eine häufig sinnvolle Antwort auf die NIS2-Anforderung an Detektion und Nachweis. Für viele KMU ist ein SIEM-Light oder MDR-Modell wirtschaftlicher als ein selbst betriebener Stack. Wer bereits Microsoft- oder Cloud-native Sicherheitsfunktionen nutzt, sollte zuerst die vorhandenen Lizenzen prüfen. Bestehende Tools vollständig auszunutzen spart oft mehr als ein weiterer Neukauf.

2. Organisatorische Maßnahmen: 5.000-30.000 EUR

Organisatorische Maßnahmen sind der Kern jeder prüfbaren NIS2-Umsetzung. Ohne dokumentierte Rollen, Richtlinien, Freigaben und Prozesse bleibt technische Sicherheit operativ brüchig. Praktisch geht es um ein schlankes Sicherheitsmanagement, oft in Form eines Risikomanagements oder einer ISMS-nahen Struktur mit Verantwortlichkeiten, Richtlinien, Risikoregister, Lieferantenbewertung und Eskalationswegen.

Wenn Ihr Unternehmen bereits nach ISO 27001, IT-Grundschutz oder einem belastbaren internen Kontrollsystem arbeitet, sinkt dieser Aufwand erheblich. Dann müssen Sie nicht bei null anfangen, sondern vorhandene Kontrollen auf NIS2 abbilden. Ohne solche Vorarbeiten liegen typische Kosten für Richtlinien, Prozessdesign, Rollenmodell, Board-Freigaben und Nachweissysteme zwischen 5.000 und 30.000 EUR. Ein Großteil dieser Kosten steckt nicht in Software, sondern in qualifizierter Arbeitszeit.

Der wirtschaftliche Hebel liegt hier in Wiederverwendung. Wenn schon ein Datenschutzmanagement, ein internes Kontrollsystem oder ein IT-Service-Management mit Change- und Incident-Prozessen existiert, können Sie diese Strukturen erweitern statt ein Parallelregime aufzubauen. NIS2 verlangt Wirksamkeit, nicht Bürokratie um der Bürokratie willen.

3. Externe Beratung: 10.000-50.000 EUR

Externe Beratung ist meist dort wirtschaftlich, wo sie Prioritäten klärt und Fehlentscheidungen verhindert. Typische Beratungsbausteine sind Gap-Analyse, Scoping, Maßnahmen-Roadmap, Richtlinien-Review, Management-Briefing, Audit-Vorbereitung und Begleitung der Umsetzung. Beratertage liegen in der Praxis häufig im Bereich von 1.500 bis 2.000 EUR. Ein Projekt von 10 bis 25 Tagen führt deshalb schnell zu 15.000 bis 40.000 EUR.

Für kleinere NIS2-Projekte reicht oft eine schlanke Gap-Analyse mit Management-Workshop für 10.000 bis 20.000 EUR. Bei mittleren Unternehmen mit mehreren Standorten, OT oder vielen Drittparteien liegen 20.000 bis 50.000 EUR näher an der Realität. Externe Beratung sollte aber keine Dauerkrücke werden. Wenn Sie jeden Richtlinienentwurf, jedes Lieferantenformular und jede Vorfallklassifikation dauerhaft extern einkaufen, wandelt sich ein Einmalprojekt in eine unnötig teure Betriebslösung.

Besonders sinnvoll ist Beratung in der Startphase und vor einer Prüfung. Dazwischen lohnt sich oft ein Hybridmodell: internes Projektteam plus punktuelle externe Qualitätssicherung. So bleibt Know-how im Haus, und die externen Kosten bleiben steuerbar.

4. Schulungen: 2.000-15.000 EUR

Schulungen sind unter NIS2 kein Randthema. Art. 21 Abs. 2 nennt ausdrücklich grundlegende Cyberhygiene und Schulungen im Bereich Cybersicherheit. Für die Geschäftsleitung, IT, Fachbereiche und Administratoren entstehen dadurch eigenständige Kosten, selbst wenn technische Maßnahmen bereits umgesetzt sind. Kleinere Unternehmen können Basisprogramme oft für 2.000 bis 5.000 EUR im Jahr aufsetzen. Bei mehreren Rollen, Präsenzanteilen, Phishing-Simulationen oder Führungskräftemodulen sind 5.000 bis 15.000 EUR realistisch.

Wirtschaftlich sinnvoll sind kurze, wiederholbare Formate statt einmaliger Großveranstaltungen. Die Geschäftsleitung braucht andere Inhalte als Administrierende oder Einkauf. Für Führungskräfte stehen Organpflichten, Meldewege und Budgetverantwortung im Vordergrund. Für Mitarbeitende geht es stärker um Phishing, Passworthygiene, Meldeketten und den sicheren Umgang mit Dateien, Cloud-Diensten und mobilen Geräten.

Wenn Sie Schulungskosten senken und zugleich dokumentationsfähig bleiben wollen, ist eine standardisierte NIS2-Schulung meist effizienter als wiederholte Einzelberatung. Genau dort liegt häufig ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis als in zusätzlichen PowerPoint-Workshops ohne Lernnachweis.

5. BSI-Registrierung und Meldewesen: 1.000-5.000 EUR

Die BSI-Registrierung selbst ist kein teurer Gebührenposten, aber die organisatorische Meldefähigkeit kostet Zeit und damit Geld. Seit Inkrafttreten des NIS-2-Umsetzungsgesetzes am 6. Dezember 2025 laufen Registrierung und Sicherheitsvorfallmeldungen über das BSI-Portal. Betroffene Unternehmen mussten sich laut BSI bis zum 6. März 2026 registrieren. Wer die Registrierung, Kontaktrollen, Meldewege und Erreichbarkeiten sauber vorbereitet, sollte dafür typischerweise 1.000 bis 5.000 EUR internen oder externen Aufwand kalkulieren.

Der eigentliche Kostenpunkt liegt im Aufbau der Meldelogik nach Art. 23 NIS2: frühe Warnung innerhalb von 24 Stunden, Folgemeldung binnen 72 Stunden und Abschlussbericht nach einem Monat. Dafür brauchen Sie keine Luxusplattform, aber klar definierte Ansprechpartner, Vorlagen, Entscheidungswege und einen incidentfähigen Bereitschaftsprozess. Wer diesen Teil ignoriert, spart kurzfristig Geld und erhöht das Risiko teurer Ad-hoc-Reaktionen im Ernstfall.

6. Audit, Prüfung und Nachweis: 5.000-20.000 EUR

Audit- und Prüfungskosten fallen nicht nur für formale Zertifikate an. Schon ein externer Readiness-Check, ein Penetrationstest, ein Tabletop-Test für die Vorfallmeldung oder ein Nachweisreview verursacht Budget. Für ein schlankes Review oder einen scoped Pentest sind 5.000 bis 10.000 EUR plausibel. Umfassendere Prüfungen mit mehreren Standorten, OT-Komponenten oder Lieferantenschnittstellen liegen eher bei 10.000 bis 20.000 EUR.

Dieser Block wird häufig zu spät berücksichtigt. Unternehmen investieren zuerst in Technik und fragen erst kurz vor einem Kundenaudit oder einer BSI-Anfrage nach belastbaren Nachweisen. Dann entstehen Hektikkosten. Günstiger ist es, Prüfungen früh als Qualitätsinstrument einzuplanen und nicht erst als Notfallmaßnahme.

Laufende jährliche NIS2 Kosten werden oft unterschätzt

Laufende NIS2 Kosten liegen bei vielen KMU zwischen 15.000 und 50.000 EUR pro Jahr. Diese Kosten entstehen, weil NIS2 keine Einmalmaßnahme ist. Art. 21 verlangt dauerhafte Angemessenheit, nicht ein Projekt mit Enddatum. Sie müssen also Monitoring, Aktualisierung, Schulungen, Lieferantenreviews und interne Steuerung fortlaufend finanzieren.

Typische Dauerposten sind:

  • Monitoring und Incident Response: 6.000-24.000 EUR pro Jahr
  • EDR-, Backup- oder SIEM-Lizenzen: 5.000-20.000 EUR pro Jahr
  • Wiederkehrende Schulungen und Phishing-Simulationen: 2.000-8.000 EUR pro Jahr
  • Externe Reviews, Pentests oder Audit-Vorbereitung: 3.000-15.000 EUR pro Jahr
  • vCISO- oder Governance-Retainer: 12.000-48.000 EUR pro Jahr

Für kleinere Unternehmen genügt oft ein pragmatisches Basismodell: Cloud-native Security, dokumentierte Rollen, jährliche Schulung, externer Readiness-Check und klare Meldeketten. Für größere Mittelständler mit höherer Kritikalität wird der Dauerbetrieb teurer, weil 24/7-Fähigkeit, Lieferkettensteuerung und Management-Reporting hinzukommen. Wer intern keine spezialisierte Security-Funktion aufbauen kann, landet wirtschaftlich oft bei einem Managed-Service-Modell.

Ein externer oder virtueller CISO kostet typischerweise 30.000 bis 96.000 EUR pro Jahr. Das ist erheblich, aber oft günstiger als eine voll belastete interne CISO- oder Security-Manager-Rolle. Für viele Unternehmen ist deshalb die wirtschaftlich richtige Frage nicht „intern oder extern?“, sondern „welche Führungs- und Kontrollfunktionen müssen intern bleiben und welche operativen Teile können ausgelagert werden?“

Die Kosten der Nicht-Compliance sind meist höher als das Umsetzungsbudget

Nicht-Compliance ist bei NIS2 teuer, selbst wenn kein Bußgeld verhängt wird. Art. 34 der Richtlinie (EU) 2022/2555 nennt für wesentliche Einrichtungen Verwaltungsbußgelder bis 10 Mio. EUR oder 2 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Für wichtige Einrichtungen liegen die Obergrenzen bei bis zu 7 Mio. EUR oder 1,4 Prozent. Diese Zahlen allein reichen für eine Managemententscheidung bereits aus, aber sie sind nur ein Teil des Schadensbildes.

Hinzu kommen mindestens vier weitere Kostenarten:

  1. Reputationsschaden durch Ausfälle, verspätete Meldungen oder Kundenverlust.
  2. Betriebsunterbrechung mit Produktionsstillstand, SLA-Verletzungen oder Projektverzögerungen.
  3. Zusatzkosten für Forensik, Rechtsberatung, Krisenkommunikation und schnelle Nachrüstung.
  4. Organhaftungs- und Aufsichtsrisiken für die Geschäftsleitung, wenn Governance und Sorgfaltspflichten erkennbar vernachlässigt wurden.

Gerade im Mittelstand ist der indirekte Schaden oft höher als ein regulatorisches Verfahren. Ein Unternehmen kann wegen eines Vorfalls Großkunden verlieren, höhere Versicherungsprämien zahlen, in Lieferkettenbewertungen abrutschen oder Ausschreibungen nicht mehr bestehen. Deshalb sollten Sie NIS2 Kosten nicht isoliert als Compliance-Ausgabe lesen, sondern als Investition in Lieferfähigkeit, Verfügbarkeit und Management-Schutz.

Welche Fördermöglichkeiten NIS2 Kosten senken können

Förderungen reduzieren NIS2 Kosten, ersetzen aber kein Grundbudget. Für viele KMU ist INQA-Coaching die praktisch relevanteste Zuschussoption, wenn organisatorische Transformation, Prozesse und Qualifizierung im Mittelpunkt stehen. Nach den offiziellen INQA-Informationen werden bis zu 12 Coaching-Tage mit 80 Prozent bezuschusst. Bei einem maximalen Tagessatz von 1.200 EUR netto ergibt das einen möglichen Zuschuss von bis zu 11.520 EUR.

Daneben kommen regionale Landesförderungen infrage. Diese Programme unterscheiden sich stark nach Bundesland und fördern häufig Beratung, Digitalisierung, Qualifizierung oder Investitionen. Für NIS2 relevant sind vor allem Programme, die IT-Sicherheit, digitale Transformation oder Organisationsentwicklung mit abdecken. Hier lohnt sich eine frühzeitige Prüfung, bevor Beratungs- oder Tool-Verträge geschlossen werden.

Als Finanzierungslösung statt Zuschuss kann außerdem ein KfW-Digitalisierungskredit sinnvoll sein. Die KfW fördert Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben, einschließlich Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Struktur und digitaler Anwendungen. Für NIS2 bedeutet das nicht automatisch einen Zuschuss, aber oft eine bessere Finanzierungsbasis für größere Investitionen in Infrastruktur, Sicherheitsarchitektur oder begleitende Digitalisierungsmaßnahmen.

Die praktische Reihenfolge lautet: zuerst Maßnahmenplan, dann Förderprüfung, dann Beauftragung. Wer zuerst einkauft und erst danach nach Förderung sucht, verliert häufig Fristen oder Förderfähigkeit. Mehr Kontext zu Budgetlogik und Zuschüssen finden Sie auch in unserem Überblick zu NIS2 für KMU und in der NIS2-Schulung als kosteneffiziente Lösung.

Fünf Wege, NIS2 Kosten ohne Qualitätsverlust zu senken

NIS2 Kosten lassen sich senken, wenn Sie Prioritäten sauber setzen. Sparen darf nicht bedeuten, Nachweise zu streichen oder Sicherheitslücken offen zu lassen. Es geht darum, dieselbe regulatorische Wirkung mit weniger Streuverlust zu erreichen.

1. ISO-27001-Strukturen oder bestehende Governance nutzen

Bestehende Sicherheits- und Governance-Strukturen reduzieren Projektkosten erheblich. Wenn bereits Richtlinien, Risikoregister, Lieferantenbewertungen, Incident-Prozesse oder Management-Reviews existieren, sollten Sie diese auf NIS2 mappen, statt sie neu zu erfinden.

2. Priorisieren statt alles auf einmal umsetzen

Nicht jede Maßnahme ist gleich dringend. MFA, Backup, Admin-Härtung, Incident-Meldewege und Rollenklärung liefern oft schneller regulatorische Substanz als ein groß angelegtes Plattformprojekt. Starten Sie mit Maßnahmen, die Art. 21 sichtbar adressieren und gleichzeitig Angriffsfläche senken.

3. Managed Services gezielt statt pauschal einkaufen

Ein MSSP oder MDR-Dienst ist nicht automatisch günstiger, aber oft wirtschaftlicher als ein eigener 24/7-Betrieb. Besonders für SIEM, Monitoring und Incident Response lohnt sich ein Vergleich zwischen Eigenbetrieb und Managed Service. Kaufen Sie jedoch nur den Teil extern ein, den Sie intern nicht dauerhaft beherrschen können.

4. Schulung standardisieren statt Beratertage zu vervielfachen

Wiederkehrende Awareness- und Führungskräfteschulungen sollten standardisiert werden. Ein dokumentierbares Schulungsformat skaliert günstiger als ständig neue Live-Workshops. Für viele Unternehmen ist genau das der Punkt, an dem eine NIS2-Schulung wirtschaftlicher wird als wiederkehrende Einzelformate.

5. Bestehende Tools zuerst vollständig ausnutzen

Viele Unternehmen besitzen bereits Funktionen für MFA, Logging, Backup, Geräteverwaltung oder Verschlüsselung, nutzen sie aber nicht vollständig. Bevor Sie neue Produkte kaufen, sollten Sie die vorhandene Tool-Landschaft auf Sicherheitsfunktionen, Lizenzumfang und Integrationsfähigkeit prüfen. Gerade Microsoft- und Cloud-Umgebungen bieten hier oft sofort nutzbare Potenziale.

FAQ zu NIS2 Kosten

Was kostet NIS2 für ein KMU?

NIS2 kostet für ein KMU im ersten Jahr typischerweise 30.000 bis 150.000 EUR. Bei kleinen, gut vorbereiteten Unternehmen kann der Aufwand darunter liegen; bei komplexen Umgebungen, OT-Anteilen oder mehreren Standorten auch deutlich darüber. Laufende Kosten liegen häufig zwischen 15.000 und 50.000 EUR pro Jahr.

Kann ich die Umsetzung fördern lassen?

Ja, teilweise. INQA-Coaching fördert bis zu 12 Beratungstage mit 80 Prozent Zuschuss, also bis zu 11.520 EUR. Je nach Bundesland kommen weitere Förderprogramme hinzu. Für größere Investitionen kann außerdem ein KfW-Digitalisierungskredit eine sinnvolle Finanzierungslösung sein.

Brauche ich ISO 27001 für NIS2?

Nein. NIS2 schreibt kein ISO-27001-Zertifikat vor. Eine vorhandene ISO-27001-Struktur hilft aber, weil sie viele organisatorische Anforderungen aus Art. 21 bereits abbildet. Wer schon ein funktionierendes Sicherheitsmanagement hat, spart bei der Umsetzung oft erheblich.

Was kostet ein externer CISO?

Ein externer oder virtueller CISO kostet meist 30.000 bis 96.000 EUR pro Jahr. Kleinere Governance-Mandate beginnen oft bei rund 2.500 EUR pro Monat. Für größere Unternehmen mit Board-Reporting, Architekturthemen und Lieferkettensteuerung kann der Betrag deutlich höher liegen.

Welche Kosten kommen jährlich auf mich zu?

Jährlich fallen typischerweise 15.000 bis 50.000 EUR an. Darin enthalten sind Monitoring, Lizenzen, Schulungen, Schwachstellenmanagement, Prüfungen, Nachweise und die Pflege von Richtlinien und Meldewegen. Bei 24/7-Monitoring oder umfangreichen Managed Services liegen die Kosten oft höher.

Kann ich NIS2 Kosten steuerlich absetzen?

In vielen Fällen sind laufende Sicherheits- und Beratungskosten Betriebsausgaben. Ob Investitionen sofort oder über Abschreibung wirken und wie Förderungen steuerlich zu behandeln sind, hängt jedoch vom Einzelfall ab. Für die konkrete Behandlung sollten Sie Steuerberatung und Buchhaltung einbeziehen.

Fazit: NIS2 Kosten sind planbar, wenn Sie die Umsetzung in Stufen denken

NIS2 Kosten sind für KMU beherrschbar, wenn Sie strukturiert vorgehen: realistische Betroffenheit prüfen, Pflichtmaßnahmen priorisieren, vorhandene Sicherheitsbausteine nutzen und Dauerbetrieb von Einmalkosten trennen. Für viele Unternehmen liegt der realistische Rahmen im ersten Jahr bei 30.000 bis 150.000 EUR und danach bei 15.000 bis 50.000 EUR pro Jahr. Entscheidend ist nicht, ob Sie Geld ausgeben, sondern ob das Budget in die richtigen Maßnahmen fließt.

Wenn Sie NIS2 möglichst kosteneffizient umsetzen wollen, kombinieren Sie eine saubere Roadmap mit standardisierter Qualifizierung. Dafür ist unsere NIS2-Schulung der naheliegende nächste Schritt. Ergänzend helfen der NIS2 Hub, der NIS2-Betroffenheitscheck und unser Beitrag zur BSI-Registrierung nach NIS2, damit Sie Budget, Betroffenheit und Meldepflichten gemeinsam sauber einordnen.


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Förderberatung. Förderbedingungen, Marktpreise und aufsichtsrechtliche Anforderungen können sich ändern.

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